HSG stolpert in Lübbenau (32:31)

Ohne Trainer Gregor Höfert, dafür mit vollem Kader, rollte die erste Männermannschaft in Lübbenau an. Den Beteiligten war bewusst, dass sich die TSG als schwer zu bespielender Auswärtsgegner erweisen würde. Als bis dahin ungeschlagener Tabellenführer, liefert man immer genug Munition, die der Gegner verwendet, um die eigene Mannschaft zu motivieren.
Auf Seiten der HSG, wurde Henning Mucha in die Verantwortung genommen, das Team zu führen. Sein Plan war es, die athletischen Vorteile auszuspielen, und die Lübbenauer ins schnelle Spiel zu zwingen. Mit einer 5:1 -Deckung sollte der Aufbau des Gegners gestört werden. Das gelang jedoch in den ersten 10 Minuten nicht, weil die Lübbenauer ihre Angriffe konsequent ausspielten und – auch mit etwas Glück – in nahezu jedem Angriff ein Tor erzielten.
Weil sich kaum Kontergelegenheiten ergaben, erzielte die HSG ihre Tore geduldig über das Positionsspiel. Bis zum 5:4 in der 8. Minute war es das erwartet enge Spiel. Doch dann vergab der Angriff mehrere Gelegenheiten, der gegnerische Torhüter stellte sich auf die Würfe ein, und die Abwehr bekam keinen Zugriff auf den Aufbau der Lübbenauer. Bereits in der 12. Minute, beim Stand von 11:6 wurde die HSG zur Auszeit gezwungen. Und es wurde laut. Die Abwehr wurde aufgefordert, das Spiel endlich anzunehmen.
Doch es dauerte bis zur 20. Minute, bis die Teltower den Schalter umlegen konnten. Rainer kam für Matthias ins Tor, die Abwehr stellte auf eine 6:0 – Deckung um.  Nun war es Nils, der in der Abwehr seine Mitspieler mitriss und offensiv den ballführenden Spieler anging. Das Lübbenauer Angriffsspiel kam ins stolpern, Rainer im Tor wurde immer stärker, die Wende im Spiel war greifbar. Durch die Verletzung von Henrik Wahnschaffe gerieten die Lübbenauer zusätzlich in Bedrängnis. Humpelnd musste er nach einem unglücklichen Zweikampf vom Feld. Über Tore von Sascha, Baptiste und zwei schnelle Tore von Nico, kam man wieder auf zwei Tore heran. 16:14 in der 27. Minute. Bedingt durch eine 2-Minuten-Strafe gegen Lübbenau, schien der Ausgleich möglich. Doch wieder war es die TSG, die entschlossener auftrat und den Halbzeitstand zum 17:14 markierte.
In der Halbzeit gab es Gesprächsbedarf, zu passiv agierte die Abwehr. Auch wurde darauf gedrängt, im Angriff klare Aktionen herauszuspielen und diese auch zu nutzen.
Die zweite Halbzeit begann nun besser, zweimal nutzte Maxim kleinste Lücken, um den Anschluss zu erzielen. Sascha verwandelte sicher vom 7m-Punkt, eine Doppelbestrafung der Lübbenauer bot den Teltowern die Möglichkeit, das Spiel zu drehen.
Baptiste rückte auf Dustin Trenkmann vor, und wieder war es Sascha, welcher den Treffer zum Ausgleich erzielte. 18:18 in der 36. Minute. Doch davon ließ die TSG nicht beeindrucken. Weil die Abwehr nur versuchte zu blocken, statt auf den Angreifer herauszutreten, waren es Vincent Jauer per Hüftwurf und Dustin Trenkmann, welche die nächste 2-Tore-Führung erzielten. In den nächsten Minuten ging es hin und her, Brian und Nils ackerten in der Abwehr. Abwechselnd kontrollierten Baptiste und Klimme den Wirkkreis von Dustin Trenkmann. Nico brachte die HSG wieder auf ein Tor heran. 24:23 in der 46. Minute. Doch das Spiel kippte erneut nicht, weil sich die Teltower wiederholt selbst schwächten. Fehlpass am eigenen 6er nach guter Parade, Tor Lübbenau. Die nächsten Minuten gehörten den beiden wichtigsten Akteuren des Tages: Dustin (TSG) und Sascha markierten abwechselnd die Tore. Die anderen Akteure der HSG wurden mehrfach in aussichtsreicher Position im Wurf behindert, die TSG konnte froh sein, dafür nicht noch mehr Zeitstrafen erhalten zu haben. Zu viele Bälle aus der zweiten Reihe, fanden den Weg ins eigene Tor. Für die letzten Minuten kam nochmal Matthias ins Tor.
Auszeit in der 56. Minute. Immer noch schien wenigstens die Punkteteilung greifbar. Und tatsächlich bäumte sich die HSG nach der Ansprache von Moritz nochmal auf. Alexander Schmidt, Maxim und Nico erzielten 5 Tore in 4 Minuten. Doch das Feuer flammte zu spät auf. Die Tore von Zurab Gogava (Übertreten) und Justin Suhl, ließen sich nicht verhindern. Endstand 32:31.
Enttäuschung machte sich breit. Bei der HSG kam an diesem Abend viel zusammen, was ein besseres Ergebnis verhinderte. Wenn man nur einen 7m und eine gelbe Karte erhält, muss man sich vorwerfen lassen, zu harmlos agiert zu haben. Die ineffektive 5:1-Abwehr zu Beginn, individuelle Fehler, die vor allem dann passierten, wenn die Möglichkeit bestand das Spiel zu drehen, ließen die HSG nicht in Fahrt kommen. Die HSG hat bis bisher eine dominante Rolle in dieser Saison gespielt und muss wieder dahin kommen, konstant und über längere Phasen im Spiel, eine konzentrierte Leistung abzurufen. Das nächste Heimspiel gegen den HC Spreewald (15.02.), bietet dabei die beste Voraussetzung, um nach vorn zu blicken und den Misserfolg abzuhaken.
R. Bache (TW), M. Petsch (TW), A. Schmidt (5), E. Bolduan (4), A. Urban, N. Knyrim, B. Combaluzier (1), B. Merkel, M. Juknat, M. Koch (4), S. Klimczak (10/6), N. Buschke, L.Henning, M. Dettmer, H. Mucha (A)