Teuer bezahlter Sieg kostet am Ende wohl das Meisterschaftsrennen

Am Ende werden Spieler und Trainer der HSG Teltow/Ruhlsdorf zustimmen: Der Sieg gegen eine hoch motivierte TSG Lübbenau wäre wohl besser gegen einen gesunden Enrico Bolduan eingetauscht worden. Mit dem Riss seiner Achillessehne verabschiedet sich der Gastgeber wohl aus dem Rennen um die Meisterschaft, denn dieser Verlust wird über die Restlaufzeit der Saison nicht aufzufangen sein.
Die Gäste aus dem Spreewald begannen energisch und kamen vor allem über den wurfstarken Dustin Trenkmann, der am Ende 9 Tore erzielen konnte, zum Erfolg. Im Großen und Ganzen stand aber die Deckung der Teltower, allerdings spielten die Hausherren im Angriff zu pomadig und unkonzentriert. Nach knapp neun Minuten führte Lübbenau demnach völlig verdient mit 1:5.
Die Geschichte der ersten Halbzeit ist schnell zu Ende erzählt: Der Gastgeber berappelte sich, auch begünstigt durch die Zeitstrafen für Lübbenau und konnte das Spiel bis zu Halbzeit offen gestalten. In den Gängen der Zille-Halle waren die Gäste trotz der Unterzahlsituationen froh, dass die Anzeigetafel einen Halbzeitstand von 12:12 zeigte. Die Männer aus Teltow-Ruhlsdorf waren ebenfalls nicht unzufrieden, denn ein höherer Rückstand wäre durchaus im Rahmen des Möglichen gewesen.
Die zweite Halbzeit begann wie die erste: Teltow lief gleich einem schnellen Rückstand hinterher. Justin Suhl erhöhte innerhalb von einer Minute auf 12:14 für die Gäste. Die Aufholjagd wurde jäh gestoppt, als Enrico Bolduan nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff ohne gegnerische Einwirkung zusammensackte. Er wusste sofort, dass seine Achillessehne gerissen war.
Was nun folgte, war die beste Reaktion einer Mannschaft, die sich Trainer und Zuschauer wünschen konnten. Kurz geschockt, aber dann hellwach und konsequent im Abschluss, übernahmen die Hausherren das Zepter. Die TSG Lübbenau konnte nicht mehr viel entgegensetzen, haderte dann aber auch ein wenig zu viel mit den Schiedsrichtern. Unstrittig, dass einige der Zeitstrafen zu hart waren, allerdings beschäftigten sich die Gäste nun mehr mit sich und nicht mit der durch die Verletzung von Bolduan vermeintlich besseren Ausgangsposition.
Nils Knyrim rückte in den linken Rückraum, Moritz Dettmer in den rechten. Beide trugen maßgeblich neben dem nicht müde werdenden Sascha Klimczak und dem treffsicheren Nico Buschke auf der linken Außenbahn dazu bei, dass die Gäste in den letzten 15 Minuten nicht mehr in ihr Abwehrspiel fanden. Auch den Kreisläufer Alexander Urban bekam Lübbenau nun nicht mehr richtig in den Griff.
Teltow hingegen verteidigte nun angestachelt durch die Verletzung aggressiv, die Keeper Kevin Moritz und Matthias Petsch konnten einige Würfe und zwei Siebenmeter entschärfen.
Alles in allem eine tolle Mannschaftsleistung, bei der die jungen Spieler zeigten, was in ihnen steckt. In den nächsten Wochen werden sie noch mehr Verantwortung übernehmen müssen, auch wenn hin und wieder Fehler passieren. Der Umbruch könnte für Teltow nun eher beginnen als gedacht.