3. Männer verliert beim Tabellenführer

Dass das kein leichtes Spiel wird war uns vorher schon klar. Der MTV Wünsdorf hat eine junge starke Mannschaft und steht ungeschlagen an der Tabellenspitze. Wir hingegen … aber lassen wir das.

Andi gab in der Kabine die Marschrichtung vor: konzentriert und aggressiv in der Abwehr, vorne ruhig spielen und nur sichere Chancen nutzen und im Falle eines Ballverlustes schnell zurück, um Tempogegenstöße zu verhindern.
Trotz der ungewohnten Verteidigungsstrategie der Wünsdorfer – sie spielten mit einer 4:2-Deckung bei der die Halben jeweils komplett aus dem Spiel genommen werden sollten – lief es anfangs ganz gut. Durch die offensive Deckung ergaben sich Lücken am Kreis, die wir nutzen konnten.
Andererseits ließen wir tatsächlich kaum Tempogegenstöße zu und konnten – nicht zuletzt auf Grund unserer Torhüter – einen Rückstand verhindern.
Das Spiel war von Anfang an extrem körperlich. Da wurde sich nichts geschenkt. Ein ums andere Mal lag ein Spieler auf dem Boden; mal von der einen, dann wieder von der anderen Mannschaft.
So war das Spiel bis zum 4:4 nicht nur vom Spielstand her sehr ausgeglichen.
Dann allerdings stieß Rüné mit einem Gegenspieler zusammen. Alle bemerkten zunächst nur, dass der Wünsdorfer zu Boden ging und liegen blieb. Erst einige Momente später bekamen wir mit, dass Rüné eine stark blutende Platzwunde am Kinn (ich hab’ nochmal nachgeguckt, wie das richtig geschrieben wird) hatte. Für ihn war das Spiel damit zu Ende.
… und für uns irgendwie auch.
Ob es nun tatsächlich an dem Schock lag oder an der Umstellung der Gegner auf eine 6:0-Deckung, wird keiner abschließend beurteilen können. Fakt ist aber, dass uns plötzlich im Angriff nichts mehr einfiel und wir Standhandball aus dem Bilderbuch spielten.
In der Abwehr klappte die Abstimmung so gut wie überhaupt nicht mehr. Die Wünsdorfer waren einfach besser und schneller.
Nur der Leistung unserer Torhüter war es zu verdanken, dass es zur Halbzeit „nur“ 14:6 stand.

In der zweiten Hälfte bot sich ein ähnliches Bild, wie am Ende der ersten.
Vorne waren wir meist zu unbeweglich und einfallslos und hinten mangelte es an der Abstimmung. Trotz ein paar guter (meist Einzel-)Aktionen im Angriff und der soliden Leistung unserer Torhüter war kein Rankommen an die Wünsdorfer. Nach einem Tor von uns folgten mindestens zwei (oft mehr) Tore der Gegner.
Letztendlich mussten wir uns mit 35:17 geschlagen geben.

Einen positiven Aspekt des Spiel will ich aber doch erwähnen: Trotz der sich bereits relativ früh abzeichnenden deutlichen Niederlage wurde kaum untereinander gemeckert. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Na ja, und wegen der Meckerei mit dem Schiri (ob da nun ein Scheibenwischer gezeigt wurde oder nicht, soll hier nicht diskutiert werden) sagen wir Danke für die Spende in die Mannschaftskasse.

Und noch etwas darf bei diesem Bericht nicht fehlen:
Man ist ja als Unterlegener gerne mal versucht ist, dem Ball, den Schiedsrichtern oder der Fliesenfarbe in den Duschen zumindest eine Mitschuld an der eigenen Niederlage zu geben. Dieses Mal ist die Kritik am Ball aber notwendig. Ja, es ist richtig, dass auch bei uns einige eher zu viel als zu wenig Kleister am Ball haben wollen. Es ist auch richtig, dass die Wünsdorfer mit dem selben Ball gespielt haben. Aber offensichtlich werden die von Pattex gesponsert und trainieren mit Hochleistungsklebstoffen. Wer so viel Harz an einen Ball pappt, dass dieser sich nur noch mit gröbster Gewalt von der Hand lösen lässt, gehört an einen Marterpfahl geklebt.
Aber es gibt ja ein Rückspiel! 😉

Es spielen:
Eppi (TW), Andy (TW), Opi, Mario (2), Ulf (2/1), Ulli, Jöggisch (1), Funki (2), Rüné (4 Stiche), Jasper, Steffen (fast), Micha (2/1), Andi (1), Marco (7/2)